Was ist bei einem Vaterschaftstest zu beachten?

Damit Ihr Vaterschaftstest Hand und Fuß hat sind in Deutschland einige Dinge zu beachten: Anforderungen an Qualität und Sicherheit beim Vaterschaftstest sind durch Gesetze und Richtlinien geregelt.

Gendiagnostikgesetz und Richtlinien für Vaterschaftstests einhalten

Paragraphen-Flagge-web2010 ist in Deutschland das Gendiagnostikgesetz (GenDG) in Kraft getreten, in dem der Umgang mit genetischen Untersuchungen beim Menschen geregelt wird. Auch für Vaterschaftstests sind diese gesetzlichen Regeln verbindlich. Damit Sie sicher sein können, dass Sie nicht gegen das Gendiagnostikgesetz verstoßen und alle Anforderungen der amtlichen Richtlinien einhalten, sind insbesondere folgende Punkte für Ihren Vaterschaftstest wichtig:

  1. Heimliche Vaterschaftstests sind gesetzlich verboten. Es müssen uns für alle Beteiligte – bei Minderjährigen von allen Sorgeberechtigten – schriftliche Einverständniserklärungen vorliegen.
  2. Die Richtlinien sehen vor, dass das Probenmaterial nach der Entnahme direkt vom entnehmenden Arzt zurück an das untersuchende Labor geschickt wird. Es darf nicht den Beteiligten ausgehändigt werden. Die Missachtung dieser Vorgabe kann zu Problemen führen, wenn Sie den Vaterschaftstest später bei Behörden oder vor Gericht verwenden möchten.
  3. Mutter grundsätzlich mit einbeziehenDie Mutter ist beim Vaterschaftstest gemäß der aktuellen Richtlinie grundsätzlich mit einzubeziehen (Vgl. Ziffer 6.1 der Richtlinie). Sie soll nur in Ausnahmefällen – z.B. wenn sie unbekannten Aufenthalts oder sogar verstorben ist – nicht mit einbezogen werden. Auch wenn das beteiligte „Kind“ bereits volljährig ist kann ggf. auf die Einbeziehung der Mutter verzichtet werden. Die Einbeziehung der Mutter ist bei Säuglingen und sehr kleinen Kindern oft die einzig sinnvolle Möglichkeit der Identitätssicherung beim Kind. Darüber hinaus wird die Aussagekraft des Vaterschaftstests verbessert, was zu besseren statistischen Hinweiswerten oder mehr Ausschlüssen führt.
  4. Die Identitätssicherung muss den Richtlinien entsprechend dokumentiert werden. Es muss eindeutig aus den Unterlagen hervorgehen, wann, wo und durch wen die Entnahme erfolgt ist. Sowohl die Beteiligten als auch der entnehmende Arzt müssen dies mit Ihrer Unterschrift bestätigen. Für eine spätere Verwendung bei Behörden oder vor Gericht ist es dringend zu empfehlen, dem Identitätsbogen eine Kopie der vorgelegten Ausweise beizufügen und zusätzlich Fotos der Probanden beim Entnahmetermin anzufertigen. So kann auch hinterher genau nachvollzogen werden, welche Personen für den Vaterschaftstest untersucht worden sind.
  5. Die Laboruntersuchungen müssen den Anforderungen des GenDG und der Richtlinie der GEKO entsprechen (z.B. mindestens 15 unabhängige STR-Systeme, Kontrolluntersuchungen im Ausschlussfall, AVACH von mindestens 99,999%)

Diese Maßnahmen mögen sehr aufwendig erscheinen, sie sind aber zur Einhaltung des Gesetzes und der amtlichen Richtlinien erforderlich. Bitte beachten Sie: seit Inkrafttreten des GenDG sind einige der gesetzlichen Anforderungen sogar strafbewehrt. Hier gilt es, nicht unerhebliche Strafen zu vermeiden. Eine gute Dokumentation verringert darüber hinaus auch ganz entscheidend die Notwendigkeit zur Wiederholung von Vaterschaftstests, die in der Regel mit zusätzlichem Aufwand und Kosten verbunden ist.

Wie kann ich sicher sein, dass der Vaterschaftstest vom Gericht oder dem Jugendamt anerkannt wird?

Eine Garantie, dass ein Richter den Vaterschaftstest tatsächlich als Beweismittel akzeptiert, kann Ihnen niemand geben, da es für Richter in Deutschland Beweismittelfreiheit gibt. Das bedeutet, dass der Richter frei ist in seiner Entscheidung, ob ein Beweismittel – in diesem Fall der Vaterschaftstest – zugelassen wird oder nicht. Allerdings ist unser Institut für viele Gerichte tätig und unsere Gutachter sind deshalb vielen Richtern bekannt. Die gesetzlichen Anforderungen und die Richtlinien werden vollständig eingehalten. Deshalb haben Sie bei uns sehr gute Voraussetzungen dafür, dass Ihr Test anerkannt werden kann.