Aus der Presse: Betrug beim Vaterschaftstest

Gen Technik 6Auch nach der Einführung des Gendiagnostikgesetzes (GenDG) ist immer wieder zu beobachten, dass der Versuch unternommen wird, den Vaterschaftstest zu manipulieren. Von einem solchen Betrug beim Vaterschaftstest wurde kürzlich wieder in der Presse berichtet:

externer Link: Bericht in der Online-Ausgabe des Tagesspiegels

Hier hatte ein Bruder des Antragsgegners versucht, den Untersuchern eine falsche Probe unterzuschieben.  Zum Glück fallen derart nahe Verwandtschaften einem erfahrenen Untersucher oft auf, da untypisch viele Merkmale zum Kind passen – aber eben nicht alle. Das kann aber auch anders ausgehen, wenn es zufällig mal ein paar mehr Ausschlüsse gibt, oder wenn der für den Betrug eingesetzte falsche Proband mit dem möglichen Vater gar nicht verwandt ist. Im Zweifel sollte die Gegenpartei sich deshalb unbedingt die Unterlagen zur Identitätssicherung bei der Entnahme ansehen. Fehlen hier eindeutige Nachweise der Identität – die Richtlinien sehen hier u.a. ein Foto vom Entnahmetermin und einen Fingerabdruck vor – sollte das Ergebnis des Vaterschaftstests immer hinterfragt werden.

Was können Betroffene dagegen unternehmen?

Es ist aufgrund der oft lebenslangen und gravierenden Auswirkungen besonders wichtig, bei allen Vaterschaftstests auf die Einhaltung der Sicherheitsstandards des GenDG und der Richtlinie zu achten. Das bedeutet unter anderem, auf eine sichere Probenentnahmen (neben Foto und Fingerabdruck sollten z.B. auch gültige amtliche Ausweispapiere vorgelegt werden), die Einbeziehung der Kindesmutter sowie sichere Transportwege der Proben zu achten. Um Letzeres sicher zu stellen sollen die Probanden nach der Probenentnahme keine Verfügung über das Entnahmematerial haben. Das Material soll von der neutralen und sachkundigen Entnahmestelle (z.B. Arzt) direkt an den verantwortlichen Untersucher zurückgeschickt werden. Nur so ist der Vaterschaftstest vor Manipulationen einigermaßen geschützt.

Noch einfacher als beim gerichtlichen Gutachten ist der Betrug in der Regel beim privaten Vaterschaftstest, da hier kein Gericht auf die Einhaltung der in Deutschalnd gültigen Regeln achtet. Achten Sie deshalb am besten immer selbst auf einen qualifizierten Anbieter mit sicheren Probenentnahmen und geschultem Personal. Im Zweifel sollte man sich dann die Unterlagen zur Identitätssicherung genau ansehen. Wenn hier irgendetwas unklar ist hilft in aller Regel nur eine erneute Probenentnahme unter sicheren Bedingungen – zum Beispiel im Rahmen einer Gegenüberstellung zur gegenseitigen Identifizierung.

Nach dem Vaterschaftstest möchte man ja schließlich nicht unsicherer sein als davor…